Die Identifizierung von Hochwasserherkunftsgebieten anhand des Konnektivitätsmodels SCIMAP-Flood am Beispiel der Urft.
Date:
Dr. I. Pink and Prof. S.M.Reaney
Die Berücksichtigung von hydrologischen Prozessen im aufwärtsgelegenen Einzugsgebiet von Risikogebieten hat in dem vergangenen Jahrzehnt in der Forschung verstärkte Aufmerksamkeit erhalten. Flussaufwärts gelegene Maßnahmen (z.B. Rückhaltebecken, Fluss-Renaturierung) sollen dabei Wasser speichern und den Abfluss verlangsamen, und somit die Abflussspitzen reduzieren. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Identifizierung von kritischen Herkunftsgebieten, die überproportional zu den Abflussspitzen beitragen und in denen Maßnahmen die größte Wirkung entfalten würden. Ein Grundproblem bei der Identifizierung dieser Herkunftsgebiete ist, dass diese von Niederschlagseigenschaften (z.B. Dauer, Intensität, Richtung) beeinflusst werden und sich daher von Ereignis zu Ereignis ändern. Zudem verändern sich die kritischen Herkunftsgebiete im Flussverlauf, da sich die Hochwasserwellen in den Flüssen überlagern. Wir präsentieren in diesem Vortrag SCIMAP-Flood, ein Modell, das die Herkunftsgebiete von Hochwassern berechnet, und sowohl Niederschlagseigenschaften als auch die räumliche Variabilität berücksichtigt. Das Modell kombiniert die hydrologische Konnektivität auf der Einzugsgebietsebene und die Fließzeit zwischen dem Herkunfts- und Überflutungsgebieten. Wir zeigen anhand des Hochwassers 2021 der Urft, wie diese Informationen einen Beitrag zur Entwicklung von Hochwasserschutzkonzepten auf Einzugsgebietsebene leisten können.
Konferenz: Fünf Jahre nach der Flut 2021 – Forschungsperspektiven im Wandel
English Version
Identifying Flood Source Areas Using the SCIMAP-Flood Connectivity Model: A Case Study of the Urft River
In the past decade, research has increasingly focused on hydrological processes in upstream catchments of high-risk areas. Upstream measures (e.g., retention basins, river restoration) are designed to store water and slow down runoff, thereby reducing peak discharges. A key aspect of this approach is identifying critical source areas that contribute disproportionately to peak flows, where mitigation measures would have the greatest impact. A fundamental challenge in identifying these source areas is that they are influenced by precipitation characteristics (e.g., duration, intensity, direction) and therefore vary from event to event. Additionally, critical source areas change along the course of the river as flood waves superimpose within the river network. In this presentation, we introduce SCIMAP-Flood, a model that calculates flood source areas while accounting for both precipitation characteristics and spatial variability. The model combines catchment-scale hydrological connectivity with the travel time between the source and flooded areas. Using the 2021 flood of the Urft River as a case study, we demonstrate how this information can contribute to developing flood protection concepts at the catchment scale.
Conference: Five Years After the 2021 Flood – Shifting Research Perspectives
